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Geld in Aktien anlegen - Beispiel 5000 Euro

Du hast einen Betrag von ca. 5.000 EURO zur Verfügung und möchtest diesen gerne in Aktien anlegen? Wir haben uns Gedanken gemacht, wie eine derartige Anlagestrategie aussehen könnte und welche Chancen und Risiken zu beachten sind. Ein besonderes Augenmerk legen wir auf sinnvolle Alternativen, mit denen Du etwaige Risiken minimieren kannst. Bitte beachte, dass es sich bei diesem Beitrag (wie immer und selbstverständlich) um keine Anlageempfehlung handelt, sondern wir lediglich unsere persönliche Meinung kundtun und unsere Erfahrungen mit Dir teilen.

Geld in Aktien anlegen – Vorüberlegungen

Bevor Du einfach loslegst und Aktien kaufst, solltest Du die folgenden Punkte unbedingt berücksichtigen.

1. Bestehende Anlagen / aktuelle Vermögensstruktur

Eigentlich gibt es keine gute oder schlechte Geldanlage. Auch Aktien sind per se nicht gut oder schlecht. Eine Anlage muss zur aktuellen Vermögensstruktur passen und sich harmonisch in diese einfügen. Dies gilt auch für Aktien. Grundlage für den langfristigen Erfolg ist eine Streuung über verschiedene Anlageklassen, die alle unterschiedliche Primärziele verfolgen.

2. Kurzfristiger Liquiditätsbedarf

Auch wenn Du Aktien grundsätzlich täglich an der Börse verkaufen kannst, solltest Du sie nicht als Liquidität betrachten. Du solltest nur Geld in Aktien anlegen, das Du mindestens fünf, besser noch zehn Jahre entbehren kannst. Daher ist es unerlässlich, dass Du bereits ein finanzielles Polster angespart hast, bevor Du mit Aktien startest. Im Falle eines plötzlich auftretenden Liquiditätsbedarfs (z.B. wenn Dein Auto repariert werden muss) solltest Du nicht gezwungen sein, Dein Aktienkapital angreifen zu müssen. Je nach aktuellem Kursniveau könnte dies bedeuten, dass Du mit Verlust verkaufen musst. Ein ausreichender Notgroschen auf z.B. einem Tagesgeldkonto ist daher absolute Pflicht, ehe Du in Aktien investiert.

3. Klumpenrisiken

Viele Aktieneinsteiger beginnen Ihr Aktienengagement mit Belegschaftsaktien. Dies sind Aktien, die Firmen an ihre Arbeitnehmer ausgeben. Nicht, dass ich Dir von dieser Art der Aktienanlage abrate : Belegschaftsaktien können durchaus eine attraktive Geldanlage sein, da sie meist zu günstien Bedingungen angeboten werden. Bedenke jedoch, dass es hierbei zu einer Verdichtung von Risiken kommt. Sowohl der Wert Deiner Aktien als auch Dein Arbeitsplatz sind einzig vom Erfolg Deines Arbeitgebers abhängig. Im schlimmsten Fall – sprich : wenn Dein Arbeitgeber bankrott geht – sind Job und Ersparnisse weg.

4. Persönliche Risikotragfähigkeit

Deine gesamte private Situation muss ein Aktienengagement mit allen verbundenen Risiken erlauben. Hier spielen so allgemeine Dinge wie Deine familiäre Situation, Deine berufliche Stellung, Dein Alter sowie Dein Anlagehorizont eine Rolle.

5. Persönliche Risikoneigung

Überlege Dir genau, wieviel Risiko Du mental verkraften kannst. Hier ist ganz wichtig, dass Du ehrlich zu Dir selbst bist. Es bringt Dich letztendlich nicht weiter, wenn Du in Aussicht auf hohe Gewinne glaubst, ein zu hohes Risiko eingehen zu können, jedoch später bereits bei geringen Verlusten in Panik verfällst und Deine Anlagen mit Verlust verkaufst. Frage Dich : Was würde ich tun, wenn meine Aktien plötzlich nur noch 4.000 EURO wert wären ? Verkaufen, abwarten oder gar nachkaufen ?

Wenn Du Dich nach Prüfung der o.g. Punkte dazu entschieden hast, eine Aktienanlage ins Auge zu fassen, solltest Du Dich mit den aktienspezifischen Risiken auseinandersetzen (im Folgenden sind nur die wichtigsten genannt).

Allgemeine Risikobetrachtung und aktienspezifische Risiken

Der folgende Abschnitt erklärt die Hauptrisiken, die mit einer Aktienanlage einhergehen.

1. Kursrisiko / Wertschwankungsrisiko

Wie Du weißt, kann der Preis Deiner Aktien im Verlauf der Zeit stark schwanken. Diese Schwankungen schlagen sich unmittelbar auf Deinen Depotwert nieder. Gründe hierfür können allgemeine wirtschaftliche Veränderungen sein, aber auch unternehmensspezifische Ereignisse.

2. Liquiditätsrisiko

Aktien großer Unternehmen (z.B. DAX-Unternehmen) werden regelmäßig gehandelt. Hier ist ein Verkauf quasi uneingeschränkt möglich. Bei kleineren Aktiengesellschaften könnte es durchaus sein, dass sich kein Käufer findet, wenn Du Deine Aktien mal verkaufen möchtest.

3. Währungsrisiko

Ausländische Aktien (außerhalb des EURO-Währungsraumes) enthalten immer auch ein Währungsrisiko. Der EURO-Kurs einer US-Aktie, die z.B. in New York in USD gehandelt wird, entspricht ziemlich genau dem um den Währungskurs bereinigten USD-Kurs.

Geld in Aktien investieren - 5000 Euro in Aktien anlegen so gehts

Spezifische Risiken bei geringen Anlagevolumina

Mit 5.000 EURO kannst Du durchaus darüber nachdenken, in Einzelwerte, sprich einzelne Unternehmen zu investieren. Bedenke jedoch, dass Kaufkosten für jede Aktie immer auch Rendite kosten. Bei einer Summe von 5.000 EURO wäre es sinnvoll, zwischen fünf und zehn Aktien auszuwählen und in diese zu gleichen Teilen zu investieren, wobei ich persönlich acht Aktien für das Optimum halte. Somit sind in jeder Aktie über 600 EURO investiert. Außerdem kannst Du so theoretisch über 8 Branchen streuen und auch reginal breit gefächert anlegen. In den Industriestaaten sehe ich persönlich (meine Meinung) keine Probleme, da wir hier weitestgehend geregelte und liquide Märkte vorfinden (v.a. USA, Europa, Japan). Einzelaktien in Emerging Markets (Schwellenländern) sind hingegen kritisch zu betrachten (meine Meinung), insbesondere für Einsteiger ist ein Investment in Einzelaktien hier wahrscheinich nicht unbedingt ratsam. ETFs sind hier wohl die bessere Alternative.

1. Kosten der Aktienanlage

Wenn wir pro Einzelposition Kaufkosten von ca. 10 EURO ansetzen, ergeben sich 80 Euro an Orderkosten. Bezogen auf einen Anlagebetrag von 5.000 EURO entspricht dies 1,6% (abhängig vom jeweiligen Broker). Da die Verwaltung / Verwahrung von Einzelaktien i.d.R. keine Folgekosten mit sich bringt, halte ich diesen Kostenrahmen durchaus für akzeptabel. Acht Einzelaktien sind somit auch aus Kostensicht absolut in Ordnung.

2. Risiken durch mangelnde Streuung

Auch wenn Du mit acht Unternehmen verschiedene Branchen und Regionen abdeckst, verbleibt dennoch ein höheres Risiko, als wenn Du in Marktbreite ETFs investierst. Immerhin stellt jede Einzelaktie über 12% Deines gesamten Anlagebetrags dar und hat damit ein recht großes Gewicht.

3. Länderrisiko und regionales Risiko bei Aktien

Jedes Land bzw. jede Region birgt gewisse Risiken. Diesen Risiken sind auch alle Unternehmen unterworfen, die in diesem Land ansässig sind oder dort Geschäfte betreiben. Dies sind politische, steuerliche, kulturelle oder einfach wirtschaftliche Risiken. Auch das Währungsrisiko ist eng mit dem Länderrisiko verknüpft. Dieses Risiko kannst Du reduzieren, indem Du möglichst viele verschiedene Länder/Regionen mit Deiner Anlage abdeckst.

Mit acht Einzelwerten ist dies in einem akzeptablen Umfang möglich.

4. Branchenrisiko bei Aktien

Auch einzelne Branchen unterliegen ihren eigenen Risiken. Während in der Pharmabranche die Wirksamkeit sowie die Zulassung neuer Arzneimittel über Erfolg oder Misserfolg entscheiden, wurde vom Diesel-Skandal die Autobranche in Mitleidenschaft gezogen.

Auch hier ist eine breite Streuung über verschiedene Branchen hinweg die einzige Möglichkeit, dieses Risiko zu zu minimueren. Es macht keinen Sinn, zu Gunsten einer besseren Streuung acht statt nur fünf Einzelaktien zu kaufen, wenn Du dann gleichzeitig in Amazon, Alphabet (Google), Facebook und Ebay investierst.

5. Einzelwertrisiko bei Aktien

Darüber hinaus hat jedes Unternehmen zusätzlich sein ganz spezifisches Risiko. Qualität und Erfolg neuer Produkte, richtige Managemententscheidungen sowie Kundenloyalität haben maßgeblichen Einfluss auf den Erfolg eines Unternehmens und somit die Entwicklung des Aktienkurses. Da man diese Risiken mit einer ausreichenden Anzahl an Aktien weitestgehend ausschalten kann, nennt man sie auch « wegdiversifizierbare Risiken ».

Ist bei einer Geldanlage von 5.000 Euro in Aktien überhaupt eine ausreichende Streuung möglich?

Mit 5.000 EURO kann man durchaus breit streuen, nichtsdestotrotz musst Du Dich auf stärkere Schwankungen Deines Portfolios einstellen. Da lediglich acht Aktien im Depot enthalten sind, hat jede ein Gewicht von über 10%. Kursschwankungen einer Einzelaktie haben daher einen relativ hohen Einfluss auf die Wertentwicklung des Gesamtportfolios. Durch evtl. Kursverschiebungen kann das Gewicht einer einzelnen Aktie auch schnell auf 20% und mehr ansteigen.

Welche Alternativen gibt es zur Investition in Aktien?

Mit 5.000 EURO kannst Du selbstverständlich in Aktien investieren. Die Schwellenländer solltest Du jedoch über eine indirekte Anlage in einen ETF abdecken. Wenn Dich die oben genannten Risiken nun ein wenig abgeschreckt haben, ist das auch kein Problem. Denn dann kannst Du über ETFs in Aktien investieren und die Branchen-, Länder- und Einzewertrisiken mehr oder weniger vollständig ausschalten.

Alternative 1: ETFs auf Industrieländer und Schwellenländer

Die erste Möglichkeit wäre die Kombination zweier ETFs. Mit ETFs auf einen marktbreiten Index deckst Du einen ganzen Korb von Aktien verschiedener Länder und Branchen ab. Am besten geht dies mit einem ETF auf den MSCI World, der über 1.600 Aktien aus 23 Ländern abdeckt. Einzelwert-, Branchen- und Länderrisiken fallen hierbei kaum mehr ins Gewicht. Was bleibt, ist natürlich das Risiko der Anlageklasse « Aktien ».

Da der MSCI World lediglich die entwickelten Industrieländer abdeckt, könntest Du ihn um einen ETF auf den MSCI Emering Markets ergänzen. Dieser deckt über 20 Aktienmärkte aus den Schwellenländern ab. Mit dieser Kombination partizipierst Du an der Entwicklung der weltweiten Aktienmärkte obwohl Du lediglich 2 Wertpapiere in Deinem Depot hältst.

Alternative 2: ETF auf den Weltaktienmarkt

Noch einfacher wär dies durch den Kauf eines ETF, der den gesamten Aktienmarkt (Industrie- und Schwellenländer) abbildet. Somit würdest Du mit einem ETF an über 2.800 Aktien aus knapp 50 Ländern partizipieren.

Alternative 3: Alle Regionen mit je einem Aktien-ETF abdecken

Natürlich könntest Du Dein Geld auch direkt in mehrere ETFs anlegen und somit alle relevanten Regionen der Erde separat abdecken. Beispielsweise könntest Du 30% in einen ETF auf einen breiten US-Aktienindex investieren, 35% in Europa, 20% In Japan und 15% in einen Emerging-Market-ETF. Diese Prozentangaben sind nicht verbindlich und stellen nur Richtwerte dar. Je nach persönlichem Geschmack kann man die Schwellenländer auch stärker gewichten und im Gegenzug den Anteil bei den anderen Regionen reduzieren.

Wie flexibel sind diese Strategien ?

Diese Strategien sind natürlich nicht in Stein gemeißelt und Du bist nicht ewig daran gebunden. Frisches Kapital könntest Du z.B. in weitere ETFs investieren, um gewisse Märkte gezielt zu gewichten. Durch den späteren Zukauf weiterer ETFs (z.B. Schwerpunkt « Small Caps », also kleinere Unternehmen) könnte man weitere Anlageklassen mit abdecken.

Fazit: Unbedingt Kosten und Risikostreuung bei der Investition von Geld in Aktien im Auge behalten!

Ein Investment von 5.000 EURO in Einzelaktien ist aus Kosten- und Risikogesichtspunkten unserer Erfahrung nach durchaus möglich. Die Risken aufgrund der Konzentration auf einige wenige Unternehmen und damit deren spezifisches Risiko sind dabei jedoch unbedingt zu beachten..

Wenn Dir diese einzelwertspezifischen Risiken zu hoch erscheinen, sind ETFs -zumindest zum Einstieg- die bessere Alternative.

Wie siehst Du das ? Hältst Du eine Anlage in Einzwerte dennoch für sinnvoll ?

Ab welchem Betrag sollte man Einzelwerte beimischen ?

Auf wieviele ETFs würdest Du 5.000 EURO aufteilen ? Teile uns Deine Meinung mit.

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