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Könnte eine Strafsteuer für Ausbeuter-Unternehmen die Welt retten?

Die Welt retten mit einer Strafsteuer für UnternehmenIn den letzten beiden Jahren haben wir uns verstärkt auf ausdas Thema „passives Einkommen“ fokussiert. Das war unsere pragmatische „Lösung“ auf das immer größer werdende Problem einer sich ungebremst ausweitenden Vermögensungleichverteilung. Eine Veränderung des Geldsystems ist schon aus Sicht der davon Profitierenden vollkommen unrealistisch. Kryptowährungen könnten hier interessante Alternativen bieten, die Zukunft wird es zeigen.

Unsere Antwort auf die immer weiter auseinanderklaffende Schere zwischen Arm und Reich sind Informationen. Die Information, an der Geldmengenausweitung und ihrer Implikationen für den Finanzmarkt auch als Klein- und Privatanleger teilhaben zu können, ist unser pragmatischer Ansatz. Statt wie Don Quichote gegen Windmühlen zu kämpfen dachten wir, wie es wäre, wenn einfach möglichst viele Menschen mit dem Wind segeln würden.

Diese Orientierung hat aber in den letzten Monaten immer wieder zu Fragen und Zuschriften von Lesern geführt, denen wir heute mal Rechnung tragen wollen.

Häufige Fragen über die Zukunft des gegenwärtigen Wirtschaftssystems

  • Ist das Schuldgeldsystem nachhaltig?
    Nein, es muss unserer Meinung nach immer wieder zu Krisen kommen. Das impliziert schon allein die exponentielle Macht von Zinsa- und Zinseszins.
  • Wer profitiert finanziell von diesem System?
    Jene Menschen, die über Kapitalanlagen von ca. 1 Mio. Euro und mehr verfügen. Bei ihnen überwiegt der Zinsgewinn (insb. am Kapitalmarkt) die durch Konsum und tägliches Leben erzeugte Zinslast (Miete, Produkte, Dienstleistungen -> enthalten immer Zinsen auf Maschinen, Vorfinanzierungen/Kredite, etc., die auf den Konsumenten abgwälzt werden).
  • Wie sieht diese Beziehung global aus?
    Global gesehen profitieren die reichen Industrieländer von der Armut der Entwicklungs- und Schwellenländer. Extreme Unterschiede in Lohnniveaus ermöglichen, dass wir T-Shirts für 2€ pro Stück kaufen können. Kaum jemand fragt jedoch, wie jene Menschen, die die wahre Wertschöpfung erzeugen (Baumwolle pflücken, T-Shirt nähen, Transport und Logistik) ausreichend davon leben sollen, wenn sich bereits der Zwischenhandel eine Marge von über 50 Prozent abknapst und auch Marketingmaßnahmen finanziert werden wollen.

Unsere einfache Antwort -> Steuern für Ausbeuter-Unternehmen

Jens und ich haben daher lange überlegt, was denn eine wirklich pragmatische Lösung wäre, die auch global relativ einfach und unkompliziert durchgesetzt werden könnte. Unserer Meinung nach sollten jene Unternehmen, die die größten ökologischen Probleme für die Zukunft unseres Planeten erzeugen sowie jene, die kaum ethisch-soziale Standards einhalten, mit einer Strafsteuer belegt werden.

Eine Strafsteuer wäre in vielerlei Hinsicht interessant. Der größte Vorteil wäre darin zu sehen, dass Unternehmen womöglich dazu gezwungen wären, ihre Standards für Mensch und Umwelt anzupassen und zu verbessern. Finanzielle Anreize bzw. Strafen sind in einem kapitalistischen System unserer Meinung nach so ziemlich die einzige Möglichkeit, Veränderungen auf größerer Ebene zu erwirken.

Die Strafsteuer könnte dann einfach in einen großen Topf geschmissen werden und in den Auf- und Ausbau kleiner, regionaler Projekte in jenen Regionen der Entwicklungs- und Schwellenländer zu finanzieren, die am meisten unter dem gegenwärtigen System zu leiden haben.

Wer muss Strafsteuern bezahlen?

Wie wäre es mit jenen Unternehmen, die den größten sozialen und ökologischen Schaden anrichten? Natürlich müsste hierfür ein verlässliches System und Raster entworfen (und anschließend natürlich auch verlässlich überprüft) werden, das festhält, welche Anforderungen mindestens erfüllt werden müssen. Auf der anderen Seite wäre dies – im Gegensatz zu vagen Klimaversprechen und undurchsichtigen Übereinkommen – eine unmittelbar umsetzbare Methodik!

Man könnte Unternehmen mit einer Strafsteuer belegen, die:

  • Einen gewissen ökologischen Fußabdruck erzeugen (Mindestgrenze + progressive Steuer)
  • Wichtige Arbeitnehmerrechte – ganz egal in welchem Land – nicht einhalten
  • Endliche Ressourcen nutzen (sehr hoch)
  • Die zwar nachwachsende Ressourcen nutzen (z. B. Bäume), aber nicht adäquat ausgleichen
  • Die keine Gewerkschaften in ihren Unternehmen dulden
  • Die keinen fairen Mindestlohn (länderabhängig) bezahlen, etc.

Man könnte auch Unternehmen von Strafsteuern befreien, wenn sie:

  • Nachhaltige Projekte unterstützen und ihre Schäden ausgleichen
  • Ihre Arbeitnehmer (und ihre Familien) über den Lohn hinaus unterstützen
  • Forschungsabteilungen einrichten, die Produktionsprozesse nachhaltiger machen, etc.

Wozu würde das fühen?

Natürlich ist diese Vorstellung in gewisser Hinsicht Utopie. Aber wie – und vor allem wann – wollen wir jemals etwas an der sich zunehmend rascher verschlechternden Situation ändern, wenn wir nichts tun? Es ist dumm, immer dasselbe zu tun und trotzdem Veränderungen zu erwarten.

Vorteile

  • Unternehmen, die problematisch wirtschaften, wären gezwungen, sich anzupassen, um hohe Strafsteuern zu umgehen.
  • Wir als Konsumenten müssten aufgrund höherer Preise anfangen, „minimalistischer“ (ich mag diesen Begriff eigentlich nicht, weil wir so dermaßen im Überfluss leben, dass wir gar keine Ahnung haben, was Minimalismus – bitte auch nicht als hippe Modeerscheinung und Statussymbol – wirklich ist) zu leben

Nachteile

  • Sicherlich würden viele Kosten auf die Konsumenten umgelegt, aber seien wir doch mal ehrlich. Es ist in erster Linie unser Konsumverhalten, das die Welt überhaupt in diese Situation gebracht hat! Nicht ein problembehaftetes System oder obergierige Bankster! Also sollten wir dafür auch die Verantwortung übernehmen und den Preis dafür bezahlen (wenn wir weiter auf großen Unkosten der Umwelt leben möchten).
  • Gerade jene Menschen, die ohnehin schon wenig verdienen, würden unter noch größeren Belastungen leiden. Hierfür müsste man eine pragmatische Lösung finden. Die Vermögenssteuer, die genau dieser Gruppe zukommt, wäre hierfür sensationell geeignet! Würde man Vermögen ab bspw. 5 Mio. Euro auch nur moderat besteuern, könnten Abermilliarden freigemacht werden, die jene Menschen nutzen könnten, die im gegenwärtigen System eben durch das Raster fallen..

Ist unser Plan denn realistisch?

Wir denken, es wäre gar nicht so unrealistisch für einige Staaten, diese Lösung zu adaptieren. Das große Problem besteht jedoch darin, dass eigentlich alle Staaten der Erde an dieser Lösung mitwirken müssten, um keine Marktungleichheiten und Disparitäten hervorzurufen.

Aber es gibt ja genügend schlaue Köpfe auf dieser Welt und in der Politik, die hierfür bestimmt pragmatische Lösungen finden würden. Wo ein Wille, da ist auch immer ein Weg!

Und genau da sind wir am größten Problem. Die wirklich mächtigen auf dieser Welt sind nicht Parteien, Politiker oder einige wenige Superreiche, sondern die großen Unternehmen. In einer Studie konnte man herausfinden, dass 146 Unternehmen auf der Welt – davon 135 aus dem Finanz- und Versicherungssektor – mehr als die Hälfte der weltweiten Kapitalströme verwalten! Und genau diese Unternehmen werden wohl das größte Desinteresse an einer derartigen Veränderung des Systems haben und mit allen Mitteln dagegen ankämpfen.

Schade, denn die Welt ist an sich ein wunderschönes Paradies – noch..!!!!! Wenn wir aber so weitermachen, weiterhin konsumieren und verschwenden, als gäbe es kein Morgen, werden schon unsere Kinder und spätestens unsere Kindeskinder die Welt am Abrund sehen..

 

Was ist Deine Meinung dazu? Wir freuen uns schon sehr auf konstruktive Kritik, Feedback und interessante Vorschläge!

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2 Antworten auf „Könnte eine Strafsteuer für Ausbeuter-Unternehmen die Welt retten?“

  1. Reinhard sagt:

    Bin voll eurer Meinung und freue mich dass ihr so konstruktive Vorschläge habt die Welt besser zu gestalten. Bei Kryptowährungen bin ich jedoch persönlich sehr skeptisch.
    Eine Strafsteuer auf Unternehmen wäre mal ein sehr guter Anfang zu mehr Nachhaltigkeit.
    Grundsätzlich bedarf es einer Bewusstseinsbildung die ihr mit eurer Initiative bravourös macht. Danke für eure Beiträge. Reinhard Auinger

  2. Chris und Jens sagt:

    Danke Reinhard! Genau das ist unsere Mission 😀

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